Archiv für Juni 2008

Alles schon mal dagewesen…

Sonntag, 22. Juni 2008

Kunstgeld hieß von 15 Jahren Knochengeld. Der Galerist Wolfgang Krause veranstaltete 1993 im Prenzlauer Berg eine Kunstaktion mit diesem Namen. Das Knochengeld war etwas weniger als 2 Monate im Umlauf und wurde von Künstlern gestaltet.

Der Begriff Knochengeld ist angeblich auf Diogenes zurückzuführen, der forderte, Geld aus stinkenden Knochen herzustellen die niemand gerne aufbewahren würde.

Das Knochengeld verfiel wie das Kunstgeld im Wert, was eine Eigenschaft der meisten Regionalwährungen ist. Dieser Wertverfall wird Umlaufsicherung genannt und soll dazu führen, dass das Geld im Verkehr bleibt und nicht gespart wird. So soll zum einen der ‘Geldhortung’ entgegengewirkt werden, denn ein rasch verfallendes Geld tut niemand auf sein Sparbuch. Zum anderen wird eine Zinswirtschaft, also quasi die Spekulation auf Geld verhindert, Kredite werden direkt und ohne große Zinserträge vergeben.
Das aktiv gehaltene Geld, so die Idee belebt die Wirtschaft und regt zu Investitionen an. Im Fall vom Knochengeld, das in bis zu 29 Kneipen und Läden akzeptiert wurde, sollten vermutlich die Wirtschaften im Prenzlberg belebt werden. Letztendlich ist aber nur ein Viertel des ausgegebenen Geldes in dem Umlauf gekommen, da viele Besitzer das Geld dank der zu erwartenden Wertsteigerung (unter anderem haben Künstler wie A. R. Penck, Klaus Staeck oder Wolfgang Müller das Geld gestaltet) erstmal auf die Seite gelegt haben…